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Ein Tag ohne Pisco ist für die Chilenen ein verlorener Tag. Chilenischer Pisco ist ein echter Branntwein - wie Cognac, Armagnac oder Deutscher Weinbrand, und
die Chilenen lieben ihn. Als Pisco Sour, mit Limonensaft und etwas Zucker, ist er landauf, landab der beliebteste Aperitif. Warum der Pisco so gefragt ist, läßt sich leicht erklären: Weil er - vor allem in
Mixgetränken - ganz einfach wunderbar schmeckt!
Der Name Pisco stammt vermutlich aus dem Quechua, der Sprache der Inkas. Piscu bedeutet dort fliegender Vogel
- treffende Beschreibung für das Gefühl, das Pisco in höheren Dosen auslöst. Eine andere Erklärung besagt, daß sich der Begriff von einem alten Indianerstamm , den Pisco-Indianern ableitet, die irdene Gefäße herstellten, in denen Branntwein aufbewahrt wurde. Pisco ist Qualität. Das liegt nicht zuletzt daran, daß seine Herstellung strengen gesetzlichen Regeln unterliegt. Sie wurden bereits 1931 erlassen und waren damit die ersten Herkunftsregeln für Branntwein überhaupt. Nach einer Neufassung aus dem Jahre 1985 darf Pisco nur aus Trauben hergetellt werden, die in den Provinzen Atacama und Coquimbo wachsen. Die Trauben müssen dort zu Wein vergoren, zu Pisco gebrannt und auch dort gelagert werden.
Grundlage für die meisten Piscos ist die Moscatel-Traube in verschiedenen Varianten. Besonders aromatisch und charakteristisch ist die Moscatel de
Alejandria, die typische Rebsorte für die besten Piscos, die auf ca. 15% der gesamten Pisco-Rebfläche angebaut wird. Hervorragende Qualitäten entwickelt auch die Moscatel Rosada mit einem Flächenanteil von ca.
23%. Meistverbreitete Sorte ist immer noch die Moscatel de Austria, eine recht neutrale, aber sehr ertragreiche Sorte, die auf 26% der Fläche steht.
Pisco trinken mag ein kleines Erlebnis sein, die Pisco-Plantagen zu besuchen ist ein großes. Am südlichen Rand der Atacama, der trockensten Wüste der Welt,
ziehen sich die Pisco-Täler von den Andenhängen zum Pazifik hin. Ein Augenblick der Kontraste, wie sie größer kaum sein könnten - die Täler voll vom saftigem Grün der Reben vor der Kulisse kahler
Wüstenberge, unter einem Himmel, an dem 360 Tage im Jahr die Sonne scheint. Das bekannteste der Pisco-Täler ist das Elqui-Tal, wo die Luft so rein ist, daß sich hier Astronome aus aller Welt große Sternwarten
gebaut haben, um den nächtlichen Himmel zu erforschen. Hier kommen die Trauben für Pisco Capel her.
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